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Die Pferdekultur in der westlichen Welt, 16.-19. Jahrhundert: Wissen, Macht, Nützlichkeit

Vortrag
Daniel Roche

Donnerstag 4 décembre, 19:00
Institut français d'Autriche, Salon rouge

Sprache : Französisch

Eintritt frei, begrenzte Anzahl der verfügbaren Plätze

Über die Pferdekultur in einer der Hauptstädte der Reitkunst zu sprechen bietet mir die Gelegenheit, ein vor vielen Jahren begonnenes Unternehmen zu begründen und dabei meinen Zugang zur Sozial- und Kulturgeschichte vorzustellen. Die Letztere hat sich zumeist mit Ideen, Problemen und intellektuellen Kontroversen befasst.
Wenn man sich für das Pferd interessiert, tritt eine Vielzahl an Fragen in den Blick, die es für die europäischen Gesellschaften aufgeworfen hat. Die Gesamtheit der verschiedenen Ebenen des Denkens und der Praktiken, die den Gebrauch der Einhufer organisieren, ist mit der Entwicklung der Gesellschaft in Verbindung zu setzen. Anhand eines Tieres als Akteur lassen sich - zumal zu einer Zeit, in der seine frühere Rolle und sein besonderer Platz geschwunden sind - seine vormaligen Verwendungen, spezifischen Funktionen und die mit ihnen verbundenen Vorstellungs- und Denkweisen verstehen.
Der Bezugsraum der Analyse ist Europa, wenn auch die umfassende Darstellung auf der verfügbaren lokalen Quellenbasis beruht. Die der Argumentation zugrunde gelegte Chronologie ist bestimmt durch die weitreichenden Transformationsprozesse der Renaissance in den Bereichen des Militärwesens, der Reitkunst und der wirtschaftlichen Expansion. Die Darstellung endet mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, an einem Schlüsselmoment der Pferdekultur - am Höhepunkt ihrer symbolischen, sozialen, militärischen und wirtschaftlichen Bedeutung.
Die Verä
nderungen in der Bedeutung des Pferdes während dieser drei Jahrhunderte sollen nachvollzogen werden, ausgehend von seiner Nützlichkeit in ihrem Verhältnis zu seiner Relevanz für sozialen Status und zu der Verflechtung von Wertvorstellungen des Reitens und politischer Werte im Zeichen der Raison cavalière. Dabei wird sichtbar wie sich um das Tier und seinen Einsatz ein weiter Raum von Kenntnissen, Wissenschaften und Leidenschaften entfaltet. Auf dieser Grundlage lässt sich verstehen, dass das Pferd kein Tier wie jedes andere ist, sondern die erste Eroberung des Menschen.

Nachdem er amConf ROCHE 04 12 14 Lycée, der École Normale Supérieure und der Sorbonne unterrichtet hatte, wurde er als Professor an das College de France berufen. Seine wissenschaftliche Karriere begann mit Forschungen vor allem zur Gesellschaft des Ancièn Regime und zu städtischen Kulturen: zur Aufklärung in der Provinz (Le Siècle des Lumières en province, 1978), zur popularen Kultur von Paris (Le Peuple de Paris, 1981) und zu den Gelehrten (Les Républicains des lettres, 1988). Er hat zur Neuorientierung der Konsumgeschichte als Kultur- und Alltagsgeschichte beigetragen: von der materiellen Kultur bis hin zu wirtschaftlichen Wahrnehmungsmustern (Culture des apparences, 1989; Histoire des choses banales, 1997).Er beendet gerade seine groß angelegte Untersuchung zur Pferdekultur, in der die sozialen Praktiken rund um das Pferd zwischen der Welt des Ancièn Regime und der heutigen Zeit untersucht. (L’Ombre du cheval, La Culture équestre de l’Occident T. 1, Le Cheval moteur, 2008, T. 2, La Puissance et la gloire, 2011, T. 3, Connaissance et passion, 2015).

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