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Die sozialen Krisen und die Umweltpolitik in den Sahel-Ländern : am Beispiel Mali

Vortrag: Gaoussou Traoré und Alain Dubourg

31. Jänner

Salon rouge, 19 Uhr

In französischer Sprache mit Simultanübersetzung

Eintritt frei

 

Selbst Alltagsprobleme wie die Reinigung öffentlicher Plätze, die Pflege grüner Flächen und die Organisation der Müllbeseitigung werden heute in der Krise in den Sahelländern immer mehr zu einer Herausforderung für die Regierenden und die verschiedenen sozialen Gruppen. Die aktuelle Lage wird zusätzlich dadurch komplexer, dass die jungen Menschen durch ihren intensiven Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien einen eindeutigen Vorsprung gegenüber den Älteren haben.
Die Müllinitiativen (sog. GIE), welche von jungen Diplomierten gegründet wurden, waren bisher erfolgreich und haben auf lange Sicht Pläne schmieden können. Aber sie verfügten nicht über die in diesem Bereich notwendigen finanziellen Mittel, zur nachhaltigen Umsetzung von längerfristigen Maßnahmen.
Darüber hinaus sind sie nicht diejenigen, die in dieser traditionell von rein gerontologischen Prinzipien geleiteten Gesellschaft über die Entscheidungsmacht verfügen. Zugleich führen neue Begriffe, die heute Teil des Wortschatzes sind, wie:  Umweltverschmutzung, Ökologie, Umweltschutz, Ökosystem usw., zu einer Entfremdung der Älteren. Diese haben keinen direkten Zugang mehr zu dem neuen Wissen; sie verfügen nicht über das notwendige Rüstzeug, um Zukunftspläne zu machen und werden aus diesem Grund immer abhängiger von den jungen Generationen.


Gaoussou Traoré und Alain Dubourg sind seit Jahren in verschiedenen Ländern des afrikanischen Sahels unterwegs. Der eine Malier, der andere Franzose; beide teilen die Begeisterung für die gemeinsame Sache: sie engagieren sich seit Jahren, um vor dem Hintergrund der sozialen, humanitären und ökologischen Krisen neue Lösungen zu finden. In dieser Konferenz beschreiben sie ihre Erfahrungen, wobei sie besonders zeigen möchten, wie in einem solchen Kontext die traditionellen und die neuen Wissensformen und Verhaltensweisen nebeneinander existieren. Was sie hier weiterhin beschreiben möchten, das ist die Art und Weise, wie sich die Gesellschaft - unter dem Einfluss der neuen Technologien -  ändert und wie der Alltag auch in Krisenzeiten seine eigenen Spielregeln kennt.

Gaoussou Traoré und Alain Dubourg nehmen den 30. und 31. Januar an einem wissenschaftlichen workshop über „Wissenschaft und Forschungsfelder in der Krise. Theorie und Praxis zum Thema Umwelt und Urbanität teil, im Institut Français in Wien (In Kooperation mit dem Institut für Kultur- und Sozialanthropologie und dem Institut für Soziologie der Univ.-Wien).

 

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Conf 31 01 14 Gaoussou TraoréDr. Gaoussou Traoré hat Abschlüsse der Ecole Normale Supérieure in Bamako, der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris, und des Internationalen Instituts für Fragen des Alterns in La Valette (Malta).
Ehemaliger Leiter des Büros für Soziale Angelegenheiten in Mali, arbeitet er seit Jahren mit französischen und österreichischen Forschern über Themen wie die Beziehungen zwischen den Generationen und Umweltprobleme in Westafrika.
Er ist Mitbegründer und zurzeit Leiter des malischen geronto-geriatrischen Instituts « La Maison des Aînés » und Präsident der Fédération Leo Lagrange für Mali und 11 weiteren frankophonen Länder in Afrika. Er ist auch der Autor und Co-Autor wissenschaftlicher Publikationen in Mali, Frankreich und Österreich.

 

Conf 31 01 14 Alain DubourgAlain Dubourg hat im Rahmen der französischen "coopération technique" in der Volksrepublik Kongo als Englischlehrer und von 1971 bis 2008 bei Air France gearbeitet. Er war als Gewerkschafter tätig (als Generalsekretär der CGT Air France).
Er machte einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Sorbonne. Heute ist er Berater in Sachen Verkehrswirtschaft für den Bereich Luftfahrt bei dem strategischen Direktor von Air France.
Zurzeit ist er auch Präsident der ADESAF (der Association für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im frankophonen Afrika.  Die ONG unterstützt Projekte in verschiedenen afrikanischen Ländern zur Förderung von jungen Bauern, Schulen, zur Armutsreduktion und nachhaltigen Entwicklung

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                                                       Institut für Soziologie

 

 

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